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Sehenswürdigkeit Seeland

Schloss Frederiksborg

Renaissance-Schloss in Hillerød und Standort des Museums für Nationalgeschichte seit 1878.

Schloss Frederiksborg am Schlosssee in Hillerød
Bildnachweis: Er.gagansharma, "Frederiksborg Castle, Hillerød", Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Schloss Frederiksborg in Hillerød verbindet Schlossgeschichte und Museum. Die heutige Renaissanceanlage entstand nach Angaben des Museums zwischen 1600 und 1620 unter Christian IV. und wurde danach etwa ein Jahrhundert lang als königliche Residenz genutzt. Nach einem großen Brand im Jahr 1859 begann der Wiederaufbau, der durch eine landesweite Sammlung und eine Lotterie finanziert wurde. Der Brauer J. C. Jacobsen regte anschließend an, im Schloss ein Museum für Nationalgeschichte einzurichten und unterstützte den Wiederaufbau sowie den Museumsbetrieb. Seit der Eröffnung im Jahr 1878 befindet sich das Museum für Nationalgeschichte im Schloss. Aktuelle Ausstellungen, Eintritt und Besuchsbedingungen sind direkt beim Museum zu prüfen.

Kystro-Redaktionshinweis

Schloss Frederiksborg in Hillerød verbindet dänische Königs-, Architektur- und Museumsgeschichte in einer besonders eindrücklichen Landschaft. Der Bau liegt auf drei kleinen Inseln im Schlosssee und gehört nach Darstellung des Nationalhistorischen Museums zu den großen Renaissanceschlössern Nordeuropas. Sein heutiger Eindruck entsteht nicht nur aus Fassaden, Türmen und Wasser. Er beruht auch auf einer langen Folge von Umbauten, Nutzungswechseln, Zerstörung und Wiederaufbau. Wer Frederiksborg besucht, kann deshalb mehrere historische Schichten zugleich lesen: die Ambitionen der frühen Neuzeit, die höfische Residenz, den Brand von 1859 und die spätere Umwandlung in ein Museum der Nationalgeschichte.

Der Ausgangspunkt liegt im Jahr 1560. Nach der offiziellen Schlossgeschichte erwarb König Frederik II. damals das Gut Hillerødsholm und ließ den ersten Teil von Frederiksborg errichten. Sein Sohn Christian IV. entschied sich später für einen grundlegenden Neubau. Zwischen 1600 und 1620 ließ er den vorhandenen Bau abtragen und das Renaissanceschloss errichten, das den Ort bis heute prägt. Während der Bauzeit wohnte Christian IV. im italienisch geprägten Lustschloss Sparepenge auf der anderen Seite des Sees. Der Name bedeutet auf Englisch „Savings“. Diese Zwischenlösung macht deutlich, dass der Bau nicht als einzelne Fassade entstand, sondern Teil eines größeren Schloss-, Garten- und Landschaftskonzepts war.

Frederiksborg diente nach der Bauzeit ungefähr ein Jahrhundert als königliche Residenz. Das Schloss war daher nicht nur symbolische Architektur, sondern ein tatsächlich genutzter Ort des Hofes. Im Jahr 1720 wurde das Lustschloss Sparepenge abgerissen und durch einen barocken Garten ersetzt. In den 1730er Jahren wurde das eigentliche Schloss renoviert. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts endete seine Funktion als königliche Residenz; anschließend nahm es die königliche Porträtsammlung auf. Diese Entwicklung zeigt, wie sich der Zweck eines Herrschaftsbaus verändern kann: von der Wohnung und Bühne des Hofes zu einem Raum, in dem historische Bilder und Erinnerungen gesammelt werden.

Im 19. Jahrhundert erhielt Frederiksborg noch einmal eine bewohnte Phase. König Frederik VII. zog dort mit Louise Rasmussen ein, die später als Gräfin Danner bekannt wurde. Das Paar ließ die Räume zeitgemäßer gestalten und unter anderem mehrere Kamine und Öfen einbauen. Nach Angaben des Museums war eine dieser neuen Wärmequellen Ursache des schweren Brandes von 1859. Große Teile der Innenräume brannten aus; an vielen Stellen blieben nur die Außenmauern erhalten. Gerade weil der Verlust so groß war, ist wichtig, was überstand: Die Schlosskapelle und der Audienzsaal blieben erhalten. Die Geschichte Frederiksborgs lässt sich deshalb nicht allein als kontinuierliche Baugeschichte verstehen, sondern auch als Geschichte von Beschädigung, Bewahrung und Rekonstruktion.

Für den Wiederaufbau nach 1859 wurden eine landesweite Sammlung und eine Lotterie organisiert. Die königliche Familie entschied zugleich, Frederiksborg nicht wieder als Residenz zu verwenden. Der Brauer J. C. Jacobsen, Gründer von Carlsberg, schlug stattdessen ein Museum der Nationalgeschichte vor. Er bot an, sowohl den Wiederaufbau als auch die späteren Ausgaben des Museums zu finanzieren. Seit der Eröffnung im Jahr 1878 besteht das Nationalhistorische Museum als unabhängige Abteilung der Carlsberg-Stiftung. Die Sammlung vermittelt nach eigenen Angaben 500 Jahre dänische Geschichte durch Porträts, Historiengemälde, Möbel und Kunsthandwerk. Das Schloss selbst bildet dabei keinen neutralen Hintergrund, sondern ist Teil der historischen Erzählung.

Die Kapelle ist ein besonders anschaulicher Raum innerhalb dieser Geschichte. Sie bewahrte ihre originale Ausstattung aus der Zeit Christians IV. weitgehend, obwohl der Brand große Teile des Schlosses zerstörte. Die Quelle nennt das Retabel aus Gold, Silber und Ebenholz, das der Hamburger Goldschmied Jacob Mores 1606 schuf, sowie die 1610 von Esajas Compenius gebaute Orgel. In der Zeit der absoluten Monarchie von 1660 bis 1848 wurden die dänischen Könige in der Kapelle gesalbt. Seit 1693 ist sie außerdem Kapelle der Elefanten- und Dannebrogorden. Wer Frederiksborg besucht, kann die Verbindung von Wasserlage, Renaissancearchitektur, Brandgeschichte, Museum und Kapelle bewusst zusammendenken. Aktuelle Informationen zu Eintritt, Öffnungszeiten, Zugang und Ausstellungen sollten immer direkt beim Museum geprüft werden, weil sie sich ändern können.

Redaktionelle Quelle: Museum of National History at Frederiksborg · Quelle geprüft: 19.08.2026

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