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Naturgebiet Seeland

Møns Klint

Kreideküste und Naturgebiet auf Høje Møn.

Weiße Kreideküste von Møns Klint mit Meer und Treppenweg.
Bildnachweis: “Møns Klint (cliffs) – Store Klinteskov, Borre, Denmark – August 13, 2021” von Giorgio Galeotti, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons.
Møns Klint ist eine Kreideküste auf Høje Møn. GeoCenter Møns Klint verweist auf die Steilküste, den Klinteskov und Kalkmagerrasen mit besonderen Arten.

Kystro-Redaktionshinweis

Møns Klint gehört zu den eindrucksvollsten Naturorten Dänemarks, weil an der Ostküste von Møn Erdgeschichte, Eiszeitlandschaft und eine lebendige Küste unmittelbar sichtbar werden. Die weißen Kreidewände über dem Meer sind nicht nur ein landschaftliches Motiv. Sie bilden einen aufgeschlossenen Querschnitt durch ein großes glaziotektonisches System. Wer die Klippe betrachtet, sieht damit zugleich ein Ergebnis sehr verschiedener Zeiträume: eines urzeitlichen Meeres, späterer Eisbewegungen und der noch heute wirkenden Erosion durch Wetter und Wellen. Diese Verbindung aus Naturbild und geologischer Aussagekraft war ein wesentlicher Grund dafür, dass das UNESCO-Welterbekomitee Møns Klint 2025 nach dem Naturkriterium (viii) in die Welterbeliste aufnahm.

Die Grundlage der Klippe ist Kreide. Nach Angaben der dänischen Naturbehörde entstand sie aus den kalkhaltigen Skelettresten von Lebewesen, die vor ungefähr 70 Millionen Jahren in einem tropischen Meer lebten, das sich damals über dem heutigen Dänemark befand. Dazu gehörten mikroskopische Algen mit kleinen Kalkplatten, aber auch Tintenfische, Seeigel und Muscheln. Über sehr lange Zeiträume lagerten sich die Kalkbestandteile am Meeresboden ab und bildeten eine mächtige Kreideschicht. Fossile Reste dieser früheren Meereswelt können in der Kreide und am Strand vorkommen. Die Naturbehörde nennt besonders Seeigel und längliche Feuersteine, die als Teile von Schalen urzeitlicher Tintenfische erklärt werden.

Entscheidend für die heutige Form war die letzte Eiszeit. Als das Eis vor rund 12.000 Jahren Dänemark erreichte, lag die Kreide bereits über dem Meeresspiegel. Die gewaltigen Kräfte des Eises lösten nach Darstellung von Naturstyrelsen Platten des alten Meeresbodens von bis zu 50 Metern Stärke und schoben sie zusammen. So entstand Høje Møn. Schwarze Feuersteinstreifen in den hellen Kreideschichten zeigen die Faltung und Verformung durch den Eisdruck. Das Welterbekomitee beschreibt Møns Klint als eines der weltweit größten gut dokumentierten glaziotektonischen Systeme. Der sichtbare Klippenquerschnitt erschließt nach UNESCO die innere Struktur des Komplexes und macht die Wirkung früherer Eisströme nachvollziehbar.

Die Klippe ist zugleich eine dynamische Küstenlandschaft. Naturstyrelsen bezeichnet sie als Dänemarks höchste Klippe. Am Aussichtspunkt Dronningestolen fällt sie fast senkrecht 128 Meter zum Strand ab. Wind, Regen, Frost und Wellen verändern die Kreideküste fortlaufend. Kleinere und größere Rutschungen gehören deshalb nicht zu einem Ausnahmezustand, sondern zur Entstehungs- und Veränderungsgeschichte dieses Ortes. UNESCO zählt die Erosionsdynamik ausdrücklich zum außergewöhnlichen Wert des Gebiets. Das bedeutet auch, dass Besucherinnen und Besucher Sperrungen, Markierungen und Wege respektieren müssen: Der Blick auf die Natur wird hier gerade dadurch möglich, dass sie nicht als starre Kulisse behandelt wird.

Der Welterbeeintrag umfasst nicht nur die unmittelbare weiße Wand. Nach UNESCO reicht das glaziotektonische System weit in die Landschaft hinein und zeigt parallele Randhügel, die aus mehreren Gletscherrichtungen hervorgingen. Die geschützte Klippenküste erstreckt sich über etwa sechs Kilometer; einschließlich eines landeinwärts gelegenen Streifens besteht ein Schutz durch die nationale Strandsschutzlinie. Die Schutzkonzepte verbinden den Erhalt geologischer Strukturen mit Sichtbeziehungen, Wäldern, kalkreichen Offenflächen und der Lenkung von Besucherströmen. Für die Reiseplanung ist daher wichtig, den Ort nicht nur als Fotostopp zu verstehen, sondern als empfindliche Natur- und Forschungslandschaft.

Auch die Umgebung erweitert den Blick auf Møns Klint. Die Naturbehörde verweist auf Buchenwälder, kalkreiche Offenflächen und eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. GeoCenter Møns Klint vermittelt die geologische Entwicklung, Fossilien und die Wirkung der Eiszeit in Ausstellungen und Bildungsangeboten. Wer vor Ort ist, kann die Beziehung zwischen Kreideschichten, Feuerstein, Waldkante und Strand bewusst beobachten. Gerade das macht Møns Klint für Familien, naturkundlich Interessierte und Menschen mit Interesse an Landschaftsgeschichte besonders wertvoll. Aktuelle Angaben zu Wegen, Treppen, Sicherheit, Zugängen, GeoCenter-Angeboten oder Öffnungszeiten sollten stets unmittelbar über Naturstyrelsen und GeoCenter Møns Klint geprüft werden, weil sie sich durch Witterung, Erosion und Saison verändern können.

Redaktionelle Quelle: UNESCO / Danish Nature Agency / GeoCenter Møns Klint · Quelle geprüft: 19.08.2026

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