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Sehenswürdigkeit Hauptstadtregion

Christiansborg Slot

Sehenswürdigkeit in Copenhagen.

Christiansborg Slot in Kopenhagen mit Schlossturm und Reiterstandbild
Bildnachweis: Foto: User:Colin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Christiansborg Slot ist als Sehenswürdigkeit mit Koordinaten im Kystro-Grundkatalog geführt. Angaben beruhen auf dem verlinkten OpenStreetMap-Datensatz; Bewertungen auf Kystro sind unabhängig.

Kystro-Redaktionshinweis

Christiansborg Slot auf der Insel Slotsholmen im Zentrum von Kopenhagen ist zugleich Schloss, politischer Arbeitsort und historischer Schauplatz. Nur wenige Gebäude in Dänemark bündeln so viele Ebenen an einem Ort. Das Folketing, das dänische Parlament, nutzt den größten Teil des Komplexes. Auch das Statsministeriet, der Oberste Gerichtshof und die königlichen Repräsentationsräume befinden sich hier. Damit treffen in Christiansborg die gesetzgebende, die ausführende und die rechtsprechende Gewalt räumlich aufeinander. Für einen Besuch ist das besonders interessant: Die Architektur erzählt nicht nur von Königen und höfischer Repräsentation, sondern auch von der Entwicklung des dänischen Parlamentarismus.

Die Geschichte des Platzes reicht mehr als acht Jahrhunderte zurück. Nach der Darstellung des Folketings ließ Bischof Absalon in den 1160er Jahren auf Slotsholmen eine befestigte Burg errichten. Die kleine Insel lag damals nahe dem Fischerdorf Havn und bot einen strategischen Blick auf Handel und Verkehr im Öresundraum. Absalons Burg war von einer Ringmauer umgeben und sollte unter anderem Schutz vor Seeräubern bieten. Sie wurde später mehrfach angegriffen und schließlich 1369 von Gegnern König Valdemar Atterdags aus dem Hansebund zerstört. Beim Aushub für das heutige Schloss wurden 1907 Reste der alten Mauer entdeckt. Diese Ruinen liegen unter Christiansborg und machen die mittelalterliche Vorgeschichte des Ortes konkret erfahrbar.

Auf Absalons Burg folgte im 15. Jahrhundert Københavns Slot. Von der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts an wurde der Bau zur festen Residenz der dänischen Könige. Im 17. Jahrhundert ließ Christian IV. ihn erheblich erweitern. Als Dänemark 1660 zur absoluten Monarchie wurde, reichten die alten Räume jedoch nicht mehr aus. Christian VI. ließ Københavns Slot deshalb abtragen und an seiner Stelle das erste Christiansborg errichten. Dieses große Rokokoschloss entstand in den 1730er und 1740er Jahren und sollte Größe und Macht des Königshauses sichtbar machen. Der Bau hatte vier Flügel, eine Reitbahn, ein Hoftheater und eine Schlosskirche. Sein erstes Leben endete jedoch früh: 1794 zerstörte ein Brand große Teile des Schlosses.

Das zweite Christiansborg wurde 1828 vollendet. Es war klassizistisch gestaltet und ist eng mit einer politischen Zäsur verbunden. Mit der Juniverfassung von 1849 erhielt Dänemark eine moderne Verfassung und eine Rigsdag aus Landsting und Folketing. Bereits im Januar 1850 bezogen die beiden Kammern Räume im Schloss. Christiansborg wurde damit nicht mehr allein zum Ort der Monarchie, sondern auch zum Arbeitsort der Volksvertretung. Das zweite Schloss brannte am 3. Oktober 1884 erneut ab, nur wenige Tage vor der Eröffnung der Rigsdag. Viele Gegenstände konnten gerettet werden, doch der Neubau verzögerte sich wegen politischer Auseinandersetzungen über lange Zeit.

Der heutige Bau ist das dritte Christiansborg. Nach Angaben des Folketings wurde er von 1906 bis 1928 unter Leitung des Architekten Thorvald Jørgensen errichtet; die Bauarbeiten begannen 1907. Der Reichstag zog 1918 in seinen Flügel ein, für den Obersten Gerichtshof standen 1919 Räume bereit, und 1928 war der gesamte Bau fertig. Die Architektur wird dem Neubarock zugerechnet. Ihr schweres, monumentales Erscheinungsbild sollte Christiansborg als politisches Zentrum des Landes unterstreichen. Ursprünglich waren im Westflügel auch Räume für eine königliche Wohnung vorgesehen. Christian X. entschied 1920 jedoch, auf Amalienborg zu bleiben. Teile der ursprünglich vorgesehenen Wohnbereiche erhielten später andere staatliche Funktionen.

Die königlichen Repräsentationsräume sind dennoch bis heute ein wesentlicher Teil des Schlosses. Sie werden vom König unter anderem für Neujahrsempfänge, Galadiners und Audienzen für Botschafter genutzt. Im Großen Saal, der 40 Meter lang und 10 Meter hoch ist, hängen seit dem Jahr 2000 die 17 Gobelins von Bjørn Nørgaard. Sie zeigen Motive aus 1.000 Jahren dänischer Geschichte. Der Thronsaal, die Königstreppe und die weiteren Räume verbinden gerettete Kunstwerke aus früheren Christiansborg-Schlössern mit Ausstattungen des 20. Jahrhunderts. Die Königliche Sammlung weist außerdem darauf hin, dass König Frederik X. 2024 vom Balkon des Thronsaals aus zum König ausgerufen wurde.

Christiansborg lässt sich daher nicht auf die Rolle eines einzelnen Museums oder Parlamentsgebäudes reduzieren. Der Ort verbindet die Ruinen der mittelalterlichen Burg, die Geschichte zweier Schlossbrände, die Verfassungsgeschichte seit 1849 und die bis heute genutzten Repräsentationsräume. Wer die Anlage besucht, kann diese Schichten bewusst zusammendenken: Unter dem heutigen Schloss liegen Spuren des Mittelalters, darüber arbeitet die dänische Demokratie, und in anderen Räumen finden weiterhin offizielle Anlässe des Königshauses statt. Aktuelle Informationen zu Zugang, Führungen, Öffnungszeiten, Sicherheitsvorgaben und Eintrittskarten sollten direkt beim Folketing oder bei der Königlichen Sammlung geprüft werden, weil sie sich ändern können.

Redaktionelle Quelle: Folketinget, Kongehuset und Den Kongelige Samling · Quelle geprüft: 19.08.2026

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